...und zwar ne schlechte.
Ich erzähle euch mal ne Geschichte. Jegliche Ähnlichkeit mit der Realität ist purer Zufall.
Es war einmal ein Mädchen m.Mh., dessen Eltern seit ihrer späten Kindheit geschieden waren. Der Vater des Mädchens hat nach der Scheidung mehrere Lebesabschnittsgefährtinnen gehabt. Die erste war 23. Die Zweite 19. Die Dritte 33. Und das waren nur die, die der Familie bekannt gemacht wurden. Das Mädchen hat sich nie großartig darum geschert, mit wem der Vater zusammen war: "Hauptsache er ist glücklich" sagte sie immer.
Irgendwann, Ende der 90er Jahre, wurde endlich eine FRAU
(und kein Mädchen) der Familie vorgestellt. Sie war ungefähr in seinem Alter, vernünftig, konnte reden, sich artikulieren, diskutieren, kluge Ratschläge erteilen, usw. Diese Lebensabschnittsgefährtin wurde also in die familiären Strukturen eingeführt, hat diese mitgestaltet und mitverändert. Es entstand schliesslich eine neue Familie, eine erweiterte Familie. Sie wurde für das Mädchen eine zweite Mutter, die dritte "Oma" ihrer noch nicht geborenen Kinder. Sie kümmerte sich um den kranken Onkel des Mädchens, um die alte Großmutter und um alles der Familie, damit der Vater seine beruflichen Erfolge gestalten konnte. Das Mädchen war der festen Überzeugung, der Vater hätte sich endlich verändert und wäre Vernünftig bezüglich seines Liebesleben geworden. Es waren 8 glückliche Jahre für die gesamte Familie.
Aber aus Gründen, die hier nicht näher erläutert werden, waren sie nicht so glücklich miteinander
(der Vater und die Lebensabschittsgefährtin). Und sie haben auch nicht darüber reden können
(miteinander). So hat der Vater sich eine Neue gesucht
(oder wurde von einer neuen gefunden) und dies für einige Monate verheimlicht. Lügen haben bekanntlich kurze Beine und die Lebensabschnittsgefährtin erfuhr von seiner Affäre auf der schlimmsten Art und Weise: durch anonyme Anrufe. Sie war am Boden zerstört. Sie war
(und ist es immer noch) der festen Überzeugung, dass er der Mann ihres Lebens war
(und ist).
Der Vater weiss aber nicht, was er jetzt will. Er sagt zu dem Mädchen m.Mh., dass er jetzt nicht zurück will. Er weiss aber nicht, was in ein paar Monate ist. Er setzte sich mit dem Mädchen hin und erklärte ihr
(vergeblich) seine Sicht
(und seine Begründung) der Dinge.
Was das Mädchen nicht verstehen kann sind drei Dinge:
1. Warum konnten die beiden nicht vorher darüber reden?
2. Wie kann der Vater so unfähig zur Treue sein?
3. WIE ZUR HÖLLE KANN DER VATER EINE FREUNDIN HABEN, DIE GENAUSO SO ALT IST WIE DAS MÄDCHEN SELBST?
(und damit jünger als die Schwester des Mädchens)Das Mädchen sagte ihm während ihrer Unterhaltung, dass ein Puff für ihn billiger wäre und dass er, mit seinem Liebesleben jetzt alleine Leben würde. Sie würde
(mindestens für die nächsten 8 Jahre) keine neue Lebensgefährtin von ihm kennenlernen wollen. Die neue wäre "nur noch eine", die entweder von seiner Macht oder seinem finanziellen Polster
(oder beides) fasziniert wäre. Das alles traf ihn hart. Aber es musste gesagt werden.
Für das Mädchen brach eine Welt zusammen. Und sie weiss immer noch nicht, wie sie den Respekt für ihren Vater
als Mensch jemals wieder erlangen kann. Sie hofft nur, dass die Zeit
(und die Entfernung) diese Wunde heilen kann. Und dass die "alte" Lebensabschnittsgefährtinn ihren Frieden findet und glücklich werden kann. Das wünscht das Mädchen ihr vom Herzen.