Montag, 14. Januar 2008

Wut und Hoffnung - Eine Anfeidung gegen das System

Es ist wirklich schade, dass die Qualität der Lehre stets von den Lehrenden abhängt, denn gute Lehre entsteht durch das Zusammenspiel von Können und Motivation des Lehrenden.
Über das Können und/oder Nicht-Können der Lehrenden an sich möchte ich mich hier ungern äußern; es würde den Rahmen sprengen. Ich treffe eine groteske und sehr gewagte Annahme: der Lehrende an sich lehrt, weil er sein Handwerk versteht; der Lehrende an sich wurde ausgewählt zu lehren, weil er viel Ahnung hat von dem was er vermitteln soll; der Lehrende glänzt in seinem Fachbereich.
Von dieser Annahme ausgehend muss noch die Motivation stimmen. Lehrende, die gerne Wissen an mehr oder minder bemittelte Schüler/Studenten weiter tragen; Lehrende, die sich Mühe geben, dass der jeder Schüler/Student auch das -für den Lehrenden- noch so Trivialste versteht; d.h. motivierte Lehrende, haben oft großen Erfolg im Vermitteln der Lehre und erfreuen sich großer Beliebtheit beim Belehrten.

Doch es sind nicht nur Können und Motivation, die die Qualität des Lehrenden ausmachen sollten. Überträgt man Spider Man's Grundsatz (Aus großer Macht folgt große Verantwortung!) auf den einfachen Lehrenden so kann man sagen: Aus einer persönlichen Verpflichtung, hier dem Arbeitsvertrag, folgt persönliche Verantwortung!
Vielleicht ist es naiv zu glauben, dass Jeder, dem Arbeit zugetragen wurde, diese bestmöglich erledigen sollte. Machen mir 50% der Arbeit keinen Spaß, sollte ich vielleicht irgendwann überlegen, ob ich diese Arbeit noch lange machen möchte. Ich weiß, das Leben ist kein Warenhaus, in dem sich jeder Mensch das Schönste bzw. die schönste Arbeit aussuchen kann. Doch könnte man meinen, Menschen, die eine akademische Laufbahn einschlagen, könnten sich hoffentlich gewiss auch eine andere Karriere aussuchen (siehe Annahme oben). Gerade diese Personen sollten sich bewusst sein, dass die Lehre an einer Hochschule zum Job gehört. Ob dem Lehrenden die Lehre Spaß macht oder nicht, sie sollte bestmöglich getan werden. Eine Prostituierte kann sich ihre Kunden und die Tätigkeiten doch oftmals auch nicht aussuchen - trotzdem muss sie ihren Job -welcher Art auch immer- gut machen, oder sie muss mit den Konsequenzen leben. Doch welche Konsequenzen treffen einen schlechten Dozenten - ausser Verwünschungen der betroffenen Studenten?! (Hier treffen wir eine zusätzliche Annahme, dass jeder Mensch gleich ist, egal welchen Beruf er ausübt. Somit ist es kein Problem den polemischen Vergleich eines Hochschul-Dozenten mit einer Prostituierten zu wagen.)

Eigentlich sollte ich meine Zeit damit verbringen, mich auf eine Übung vorzubereiten, doch das muss warten. Denn gerade diese Übung bringt mich auf die Palme. Der überaus motivierte Lehrende hat gerade mal 7 Aufgabenblätter in 14 Semesterwochen mit Übungsaufgaben "gefüllt". Zieht man die Aufgaben zum Grundlagenwissen ab, bleiben 7 Aufgaben als Klausurvorbereitung. Von diesen 7 Aufgaben stammen 2 aus alten Klausuren, deren Lösungen jede gut vorbereitete Studentin bereits seit 3 Semestern vorliegen hat. Bleiben 5 Aufgaben. Leider musste ich soeben feststellen, dass der motivierte Lehrende 2 der 5 Aufgaben auch noch 1 zu 1 aus einem der empfohlenen Lehrbücher kopiert hat. Es verbleiben 3 Aufgaben, aus (noch) unbekannter Quelle.

Das Können für die Klausur kann die Studentin offensichtlich auch ohne Besuch der schlechten Übung erwerben (diese Regel ist und bleibt die wichtigste in einer Hochschule). Aber woher soll sich eine überdurchschnittlich unmotivierte Studentin denn nun ihre Motivation ziehen, wenn nicht einmal die Lehrenden Spaß an dem Stoff haben, den sie in wenigen Wochen prüfen möchten?!? Die Antwort ist leicht: aus Wut und Hoffnung - Wut auf das System und Hoffnung darauf, dass unterdurschnittliche Motivation des Lehrenden zu einem exponentiellen Anstieg des schlechten Gewissens gegenüber der Prüflinge und damit zu einem überdurchschnittlich guten Ergebnis der Klausur führt. Wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt...

1 Kommentar:

Ex-Inselaffenbeobachter hat gesagt…

Ich fühle mit dir! Was teilweise an der Uni "lehrt" ist fast schon eine Zumutung. Ich befürchte allerdings, dass dir nichts übrigbleiben wird als "augenzuunddurch".

Aber bald ist es ja vorbei! Bleibt nur die Frage ob man sich nicht generell mal dafür einsetzen sollte die gesamt Unisituation zu ändern!